Einzigartig in Sachsen-Anhalt: Neues PET/CT-Gerät bietet schnellere, schonendere und präzisere Untersuchungen

30.07.2026 -  

Die Nuklearmedizin an der Universitätsklinik Magdeburg rüstet ihre technische Ausstattung auf und bringt eine medizinische Premiere in das Bundesland: Mit der offiziellen Vertragsunterzeichnung ist der Weg frei für ein hochmodernes Ganzkörper-PET/CT-System. Es handelt sich um das landesweit einzige Gerät dieser Leistungsklasse. Die Inbetriebnahme des neuen Großgeräts ist für Dezember 2026 geplant.

Was macht das neue System so besonders?

Deutschlandweit gibt es vergleichbare Systeme bisher nur an sehr wenigen Standorten wie Leipzig, Hannover, Essen, Tübingen oder Münster. Das neue Gerät zeichnet sich durch ein sogenanntes langes axiales Gesichtsfeld (LAFOV) aus. Im Gegensatz zu herkömmlichen Modellen kann es weite Teile des Körpers auf einmal, statt wie herkömmlich, in vielen kleinen Abschnitten scannen.

Neben der reinen Diagnostik verbessert das System auch die sogenannte Theranostik – die Kombination aus präziser Diagnose und gezielter Therapie (wie die „Radioliganden-Therapie“ bei Prostatakrebs).

Foto_Zuschlagserteilung_PET_CT_SKossmann_UMMDFoto: hinten, vlnr: Thomas Deege, Daniel Barion (beide Siemens Healthineers AG), Josefine van den Oever, Mitglied des Leitungsteams Zentraler Einkauf; Prof. Dr. Michael Kreißl, Chefarzt der Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Magdeburg; vorne: Caroline Mebert (Siemens Healthineers AG), Marco Bohn, Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg. Fotografin: Sarah Kossmann/UMMD

In der medizinischen Forschung ermöglicht das große Sichtfeld zudem, die Verteilung von Spürsubstanzen im gesamten Körper lückenlos nachzuverfolgen. Dies trägt direkt zur Entwicklung neuer Diagnose- und Therapiemittel bei.

Finanziert wird dieser technologische Fortschritt durch eine Förderung des Landes Sachsen-Anhalt (Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt) in Höhe von 8 Millionen Euro. Im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung setzte sich das Unternehmen Siemens mit dem wirtschaftlichsten Angebot durch.

Die wichtigsten Vorteile für Patientinnen und Patienten:

  • Geringere Strahlenexposition & kürzere Untersuchungszeiten: Durch die hohe Empfindlichkeit des Systems wird für die Untersuchung eine deutlich geringere Dosis der radioaktiven Spürsubstanz (Radiotracer)  benötigt – in der Regel nur ein Drittel. Zudem verkürzt sich die Untersuchungsdauer im Gerät erheblich, auf nur circa ein Viertel.

  • Schonender für sensible Personengruppen: Dank der reduzierten Dosis der Spürsubstanz und der kurzen Liegezeit im Gerät können nun Kinder oder körperlich eingeschränkte Patient:innen, denen langes Stillliegen schwerfällt, deutlich besser untersucht werden.

  • Präzisere Diagnostik: Ein PET/CT kombiniert die Stoffwechseldarstellung (PET) mit der anatomischen Bildgebung (CT). Die deutlich verbesserte Bildqualität im Vergleich zu herkömmlichen Geräten ermöglicht es den Ärztinnen und Ärzten, selbst sehr kleine Veränderungen, z.B. Tumorherde, zu erkennen und genau zu lokalisieren.

  • Schnellere Terminverfügbarkeit: Da die einzelnen Untersuchungen schneller ablaufen, können künftig mehr davon pro Tag durchgeführt werden. Das verkürzt die Wartezeiten auf einen Termin.

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Grafik: Biograph Vision Quadra PET/CT Scanner. Quelle: Siemens Healthineers AG

Letzte Änderung: 30.07.2026 - Ansprechpartner: Webmaster