HAWIRA Infobrief 2/2026

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Liebe Mitgestaltende,

die kommenden Wochen stehen ganz im Zeichen von Austausch, Lehre und Weiterentwicklung – und bieten zahlreiche Gelegenheiten, sich aktiv einzubringen. Besonders im Fokus steht unser 4. Symposium der regionalen Allgemeinmedizin, für das die Anmeldung bereits läuft. Die ersten Rückmeldungen und Beitragsideen zeigen: Das Interesse am interdisziplinären Dialog ist groß.

Auch in der Lehre ist das Sommersemester erfolgreich gestartet. Die Seminare im Wahlfach greifen zentrale Fragestellungen aus dem hausärztlichen Alltag auf und verbinden diese konsequent mit praktischen Elementen – von Hospitationen bis hin zu ersten eigenen Ultraschallerfahrungen. Dieses Zusammenspiel aus Theorie und Praxis bleibt ein zentraler Baustein unserer Arbeit.

Parallel dazu werden die Weiterbildungsformate kontinuierlich fortgeführt und bieten verlässliche Räume für Austausch, Orientierung und praktische Unterstützung im Berufsalltag. Mit der Weiterbildung zum elektronischen Logbuch bieten wir gemeinsam mit der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Infos im Umgang mit den Anforderungen der Weiterbildungsdokumentation an. In der Reihe „Digital45“ zeigt sich wie wichtig Themen wie die Versorgung von Geflüchteten und wie relevant praxisnahe Formate für die tägliche Arbeit sind.

In der Forschung gehen wir weitere wichtige Schritte mit der DEGAM-Leitlinie zu pflegenden Angehörigen – ein Thema, das in der hausärztlichen Versorgung oft präsent ist, aber noch zu selten strukturiert adressiert wird. Gleichzeitig regen neue Studien dazu an, gewohnte Therapieansätze kritisch zu hinterfragen und differenzierter zu denken.

Wir danken Ihnen für Ihr Engagement, Ihre Offenheit und Ihre Bereitschaft, die Allgemeinmedizin gemeinsam weiterzuentwickeln.

 

 


Dr. med. Robin John                   Prof. em. Dr. med. Thomas Lichte
Organisatorischer Leiter             Akademischer Leiter

Termine/Veranstaltungen
» 4. Symposium der regionalen Allgemeinmedizin – jetzt anmelden und beteiligen
» Weitere Themen
Aus- & Weiterbildung
» KLAHA: Erfolgreicher Start ins Sommersemester – Spannende Seminare im Wahlfach
» KOMPAS-Fortbildung zum eLogbuch in der Weiterbildung
» Rückblick: „Digital45“ zur ärztlichen Versorgung von Geflüchteten
» Weitere Themen
Forschung
» Ein weiterer Schritt zur DEGAM-Leitlinie
» Weitere Themen
Versorgung
» Bewegungstherapie bei Gonarthrose auf dem Prüfstand
» Weitere Themen

Termine/Veranstaltungen

4. Symposium der regionalen Allgemeinmedizin – jetzt anmelden und beteiligen

Die Einladungen zu unserem 4. Symposium der regionalen Allgemeinmedizin am 3. Juni 2026 wurden inzwischen versendet, und wir freuen uns sehr über die bereits eingegangenen Anmeldungen sowie erste spannende Vorschläge für Impulsvorträge.

Im Mittelpunkt des Symposiums steht der interdisziplinäre Austausch zwischen den verschiedenen Berufsgruppen der regionalen Gesundheitsversorgung. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, Einblicke in Arbeitsbereiche und aktuelle Herausforderungen zu ermöglichen sowie den persönlichen Dialog und die Vernetzung zwischen ambulanten, stationären und weiteren versorgungsrelevanten Bereichen zu fördern.

Wer sich aktiv einbringen möchte, ist weiterhin herzlich eingeladen: Neben Kurzvorträgen besteht auch die Möglichkeit, sich mit einem Infostand zu präsentieren und das eigene Angebot oder den eigenen Arbeitsbereich vorzustellen. Bei Interesse melden Sie sich gern bei uns.

Alle Informationen zur Veranstaltung sowie die Einladung finden Sie auch auf unserer Webseite:
Weitere Informationen und Einladung zum 4. Symposium der regionalen Allgemeinmedizin

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmende und einen lebendigen interdisziplinären Austausch!

Aus- & Weiterbildung

KLAHA: Erfolgreicher Start ins Sommersemester – Spannende Seminare im Wahlfach

Mit Beginn des Sommersemesters ist auch unser Wahlfach wieder erfolgreich gestartet. Die ersten Seminare laufen bereits und bieten den Studierenden eine abwechslungsreiche Mischung aus Theorie und praktischer Anwendung. Ziel ist es, häufige Krankheitsbilder aus dem medizinischen Alltag besser zu verstehen und diagnostisch einzuordnen.

Inhaltlich dreht sich das aktuelle Semester um praxisnahe Fragestellungen, die auch im späteren Berufsalltag eine wichtige Rolle spielen. So beschäftigen sich die Teilnehmenden unter anderem mit Themen wie „Diabetes und Schilddrüse“„Magentee oder Krankenhaus“„Bandscheibenvorfall oder Hexenschuss“ sowie „Verspannungen oder Herzinfarkt“. Dabei steht stets die Frage im Mittelpunkt, wie Symptome richtig eingeordnet und dringliche Situationen erkannt werden können.

Ein besonderes Highlight ist die integrierte Sonokurs-Übungseinheit, bei dem die Studierenden selbst aktiv werden dürfen. Unter Anleitung haben sie die Möglichkeit, mit Ultraschallgeräten zu arbeiten und erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Das eigenständige Üben fördert nicht nur das Verständnis für diagnostische Verfahren, sondern sorgt auch für große Motivation und Begeisterung.

Ergänzend zu den Seminaren absolvieren die Studierenden auch jeweils zwei Hospitationen in ihrer Mentorenpraxis. Dort erhalten sie regelmäßig die Gelegenheit, die im Unterricht vermittelten Inhalte zu vertiefen, praktische Abläufe kennenzulernen und wertvolle Erfahrungen im direkten Praxisalltag zu sammeln. Der enge Austausch mit den Mentorinnen und Mentoren ermöglicht es, theoretisches Wissen unmittelbar in einen realen klinischen Kontext zu übertragen.

Im weiteren Verlauf des Semesters stehen zudem spannende OSCE-Prüfungen (Objective Structured Clinical Examinations) an. In diesen praxisnahen Prüfungsformaten können die Studierenden ihr erlerntes Wissen und ihre klinischen Fertigkeiten unter realitätsnahen Bedingungen unter Beweis stellen.

Wir freuen uns über den gelungenen Start ins Sommersemester und auf viele weitere spannende Seminare in den kommenden Wochen.

KOMPAS-Fortbildung zum eLogbuch in der Weiterbildung

Die aktuelle Weiterbildungsordnung verpflichtet Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung ihre absolvierten Weiterbildungsabschnitte elektronisch im eLogbuch zu dokumentieren, mit den Weiterbildungsbefugten zu besprechen und bestätigen zu lassen.

Um Sie bei der Anwendung zu unterstützen und offene Fragen zu klären, bieten wir gemeinsam mit der Ärztekammer Sachsen-Anhalt eine Online-Fortbildung rund um das Thema eLogbuch an. Neben praktischen Einblicken in Eingabeoptionen und Ausfüllfelder steht vor allem der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 17. Juni 2026, von 15:00 bis 16:30 Uhr als reine Online-Veranstaltung statt.

Die Fortbildung richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung, Weiterbildungsbefugte sowie alle, die sich künftig in der Weiterbildung engagieren möchten.

Die Anmeldung erfolgt über unsere Website: Link zur Veranstaltung auf KOMPAS Website.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Rückblick: „Digital45“ zur ärztlichen Versorgung von Geflüchteten

Am 22. April fand im Rahmen unserer Online-Reihe „Digital45“ eine weitere erfolgreiche Fortbildung statt. In der 45-minütigen Veranstaltung stand die ärztliche Versorgung von Geflüchteten im Praxisalltag im Fokus.

Die Referierenden Birgit Recklebe (MFA), Dr. med. Holm Riegel und Dr. med. Robin John gaben praxisnahe Einblicke in die medizinische Betreuung dieser Gruppe von Patient:innen und stellten hilfreiche Unterstützungsangebote vor. Dabei wurden sowohl organisatorische Herausforderungen als auch konkrete Lösungsansätze aus dem hausärztlichen Alltag thematisiert.

Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit zum Austausch, stellten Fragen und brachten eigene Erfahrungen ein, sodass eine lebendige und praxisorientierte Diskussion entstand.

Wir freuen uns über das große Interesse und die gelungene Veranstaltung und setzen die Reihe „Digital45“ auch weiterhin mit spannenden Themen fort: am 19. August 2026 mit dem Thema „Diabetes-Update“ und am 14. Oktober 2026 mit dem Thema „Labor – Was muss ich wissen?“.

Forschung

Ein weiterer Schritt zur DEGAM-Leitlinie

Im Rahmen der Erstellung der neuen DEGAM-Leitlinie „Pflegende Angehörige von Erwachsenen“ steht die Verbesserung der Versorgung pflegender Angehöriger im ambulanten Bereich im Fokus. Ziel ist es, ihre besondere Situation frühzeitig zu erkennen und ihnen bedarfsgerechte Unterstützungsangebote zugänglich zu machen, um ihre Belastung zu reduzieren. Die Inhalte wurden konsensbasiert innerhalb der Leitliniengruppe erarbeitet und stützen sich auf Recherchen zu wissenschaftlichen Publikationen sowie praxisnahen Quellen zu Themen wie der Belastung pflegender Angehöriger, Versorgungsstrukturen, der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie bestehenden Unterstützungsangeboten. Zudem wurden gelebte Erfahrungen pflegender Angehöriger berücksichtigt.

Zur praktischen Umsetzung wurden konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt und mittels eines Delphi-Verfahrens systematisch konsentiert. In zwei Befragungsrunden hatten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Versorgungsbereichen die Möglichkeit, die Empfehlungen zu bewerten und weiterzuentwickeln. Auf diese Weise konnte ein gemeinsamer Konsens erzielt werden. Die konsentierten Empfehlungen liegen nun vor und bilden die Grundlage für die weitere Ausarbeitung und Implementierung der Leitlinie.

Versorgung

Bewegungstherapie bei Gonarthrose auf dem Prüfstand

Bewegung gehört für viele von uns ganz selbstverständlich zur Standardempfehlung bei Arthrose – und ist auch fest in Leitlinien und Patienteninformationen verankert. Umso interessanter ist eine aktuelle Publikation in RMD Open, die diesen Ansatz kritisch hinterfragt.

Ein internationales Autorenteam hat eine große Übersicht über systematische Reviews und randomisierte Studien zur Bewegungstherapie bei Arthrose – insbesondere der Gonarthrose – ausgewertet. Insgesamt wurden 55 Studien in die Analyse einbezogen. Das Ergebnis fällt überraschend zurückhaltend aus: Klare, konsistente positive Effekte durch Bewegungsübungen konnten nicht gezeigt werden. Wenn Effekte nachweisbar waren, dann meist nur gering ausgeprägt oder nicht dauerhaft.

Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass die Evidenzbasis für eine pauschale Empfehlung von Bewegungstherapie bei Arthrose weniger robust ist als bislang angenommen. Für den hausärztlichen Alltag bedeutet das nicht, Bewegung grundsätzlich infrage zu stellen – wohl aber, genauer hinzuschauen: Welche Patientinnen und Patienten profitieren tatsächlich? Und wo brauchen wir individuellere Therapieansätze statt standardisierter Empfehlungen?

Quelle: Effectiveness of exercise therapy for osteoarthritis: an overview of systematic reviews and randomised controlled trials

Schleimer T, Teichert F, Henriksen M, Doeding R, Innocenti T, Brisby H, et al. Effectiveness of exercise therapy for osteoarthritis: an overview of systematic reviews and randomised controlled trials. RMD Open. 2026;12:e006275.
https://doi.org/10.1136/rmdopen-2025-006275

BILDNACHWEIS:

 

Bild 1: HAWIRA-Pikogramm; Bild 2: Jetzt anmelden - © allapen - stock.adobe.com; Bild 3: KLAHA-Piktogramm; Bild 4: eLogbuch_KIgen; Bild 5: Dig45_KIgen; Bild 6: pixabax_library-gd60325593_1920; Bild 7: vilkasss-ai-generated-9146624 by Vilius Kukanauskas from Pixabay

 

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Letzte Änderung: 08.05.2026 - Ansprechpartner: Webmaster