Priv.-Doz. Dr. Tarek Bekfani
„Unser Ziel ist es, Forschung direkt zu den Patientinnen und Patienten zu bringen.“
Interview mit Priv.-Doz. Dr. Tarek Bekfani, Oberarzt an der Universitätsmedizin Magdeburg
Herr Dr. Bekfani, worauf liegt Ihr klinischer Schwerpunkt an der Universitätsmedizin Magdeburg?
Ich bin Kardiologe mit einem besonderen Schwerpunkt auf Herzinsuffizienz und Kardiomyopathien. Als Oberarzt an der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Braun-Dullaeus leite ich die Herzinsuffizienz- und Kardiomyopathie-Ambulanz.
In dieser Funktion betreuen wir Patientinnen und Patienten aus dem gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt über das gesamte Spektrum der Herzinsuffizienz, insbesondere auch bei komplexen und fortgeschrittenen Krankheitsbildern.

Foto: Priv.-Doz. Dr. Tarek Bekfani. Foto: privat
Was zeichnet Ihre Arbeit besonders aus?
Mir ist es wichtig, Klinik und Forschung eng miteinander zu verbinden. Viele Fragestellungen aus dem Praxisalltag greifen wir wissenschaftlich auf – mit dem Ziel, durch klinische Studien und die Generierung belastbarer Evidenz neue Erkenntnisse in die Patientenversorgung zu überführen.
Gleichzeitig möchte ich betonen, dass die bisherigen Leistungen und möglichen Erfolge das Ergebnis einer engen Teamarbeit in unserer Klinik sind, getragen von der Unterstützung unseres Klinikdirektors Prof. Dr. Braun-Dullaeus sowie seines Stellvertreters Prof. Dr. Schmeisser.
Ein besonderer Schwerpunkt Ihrer Forschung ist die HFpEF. Warum ist dieses Krankheitsbild so relevant?
Die Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion, kurz HFpEF, ist klinisch besonders herausfordernd, weil therapeutische Optionen bislang begrenzt sind. Mich interessiert vor allem, warum viele Betroffene unter ausgeprägter Belastungsintoleranz leiden. Dabei spielen Begleiterkrankungen und insbesondere Veränderungen der Skelettmuskulatur eine wichtige Rolle.
Sie beschäftigen sich auch mit nicht-medikamentösen Therapien. Was genau ist damit gemeint?
Neben klassischen medikamentösen Ansätzen untersuchen wir innovative, nicht-pharmakologische Strategien – beispielsweise strukturierte Sauna-Interventionen bei Patientinnen und Patienten mit HFpEF. Ziel ist es, zusätzliche Therapieoptionen zu entwickeln, die gut in den Alltag integrierbar sind.
Welche Rolle spielen klinische Studien in Ihrer Arbeit?
Klinische Studien sind ein zentraler Bestandteil meiner Tätigkeit. Ich konzipiere und leite investigator-initiierte sowie multizentrische Studien – unter anderem zu Dekongestionsstrategien, Remote-Monitoring-Konzepten und innovativen Interventionen. Entscheidend ist für mich, pathophysiologische Erkenntnisse in praktikable, patientenzentrierte Therapiestrategien zu überführen.
Erfreulicherweise haben wir Ende Februar eine Förderzusage in Höhe von rund einer Million Euro erhalten, um eine multizentrische Studie in Deutschland durchzuführen. Ziel dieser Studie ist die Identifikation neuer Biomarker und innovativer echokardiographischer Parameter, und die Anwendung von der künstlichen Intelligenz um die kardiale Amyloidose frühzeitig zu diagnostizieren und den Therapieerfolg präziser zu monitoren.
Sie haben zusätzlich einen Masterabschluss in Clinical Trials erworben. Inwiefern prägt das Ihre Arbeit?
Ich habe einen Master of Science in Clinical Trials an der renommierten University of Oxford absolviert. Dort habe ich meine methodischen Kenntnisse in Studiendesign, Biostatistik, evidenzbasierter Medizin und regulatorischen Anforderungen vertieft. Diese Ausbildung bildet eine wichtige Grundlage für die Planung und Durchführung hochwertiger klinischer Studien – insbesondere in internationaler Zusammenarbeit.
Aktuell sind Sie auch international tätig. Woran arbeiten Sie derzeit?
Im Rahmen meines internationalen Netzwerks verbringe ich derzeit einen einjährigen Forschungsaufenthalt am Center for Translational Cardiology and Pragmatic Randomised Clinical Trials (CTCPR) in Kopenhagen. Dort werden große randomisierte kontrollierte Studien konzipiert und durchgeführt – ein Umfeld, das translationales Denken und pragmatische klinische Forschung ideal verbindet.
