Internationales Netzwerktreffen in Magdeburg zum Thema Hirnstimulation
Am 13. und 14. März 2026 fand an der Universitätsmedizin Magdeburg ein gemeinsames Netzwerktreffen sowie der 4. Workshop zur Elektrokonvulsionstherapie (EKT) statt. Veranstaltet wurde das Treffen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie sowie der Deutschen Gesellschaft für Hirnstimulation in der Psychiatrie.
Als Ausrichtungsort hatte die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Magdeburg unter der Leitung von Prof. Dr. med. Thomas Nickl-Jockschat zu diesem bedeutenden Symposium nach Magdeburg eingeladen.

Foto: Prof. Thomas Nickl-Jockschat, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, begrüßt die Gäste. Fotografin: Melitta Schubert/ UMMD
Die Veranstaltung brachte zahlreiche Fachkolleginnen und -kollegen aus ganz Deutschland sowie internationale Expertinnen und Experten zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse im Bereich der Elektrokonvulsionstherapie (EKT) und verwandter neuromodulatorischer Verfahren auszutauschen.
Prof. Nickl-Jockschat betonte: „Trotz guter Fortschritte in der Psychotherapie und der Pharmakologie reichen diese Optionen bei manchen Patientinnen und Patienten nicht aus. Bei unserem Netzwerktreffen in Magdeburg konnten wir innovative Therapieoptionen aus dem Bereich der Neuromodulation mit führenden internationalen Expertinnen und Experten diskutieren.“
Ein besonderes Highlight war das namhaft besetzte Vortragsprogramm mit internationalen Referenten wie Leif Oltedal (Universität Bergen, Leiter des GEMRIC-Konsortiums), Nicholas Trapp (Director, Interventional Psychiatry Program, University of Iowa) und Bogdan Draganski (Inselspital Bern), die spannende Einblicke in ihre aktuellen Forschungsarbeiten und klinischen Ansätze gaben.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag zudem auf modernen Verfahren der Hirnstimulation, die zunehmend an Bedeutung in der Behandlung psychiatrischer Erkrankungen gewinnen. Diskutiert wurden unter anderem Weiterentwicklungen der EKT sowie nicht-invasive Methoden wie die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS). Im Fokus standen dabei Fragen zur individualisierten Therapieplanung, zur Optimierung von Stimulationsparametern sowie zur Verknüpfung bildgebender Verfahren mit klinischen Behandlungskonzepten.

Foto: Eindrücke vom Netzwerktreffen im neuen Hörsaal (Haus 7) auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg. Fotografin: Melitta Schubert/ UMMD
Psychische Erkrankungen, wie Depressionen, Angststörungen und Schizophrenie werden gegenwärtig hauptsächlich mit Medikamenten und Psychotherapie behandelt. Insgesamt ist der Behandlungserfolg überraschend gut, jedoch gibt es immer noch Bedarf an einer weiteren Verbesserung der Therapie, da nicht alle Patientinnen und Patienten ausreichend auf die Behandlung ansprechen.
Neben den wissenschaftlichen Beiträgen bot das Netzwerktreffen vielfältige Gelegenheiten zum interdisziplinären Austausch und zur Vertiefung bestehender Kooperationen. Insbesondere der persönliche Dialog wurde von den Teilnehmenden intensiv genutzt und als großer Mehrwert der Veranstaltung hervorgehoben.
Das Treffen in Magdeburg unterstrich erneut die Bedeutung einer engen Vernetzung von Forschung und klinischer Praxis im Bereich der modernen Psychiatrie und Hirnstimulation sowie die hohe Bedeutung und Reputation dieses Standorts.
