Neue Perspektiven auf Umweltfaktoren und Körperstress in der psychosomatischen Versorgung
Jun.-Prof. Dr. Hannah Wallis verstärkt die Universitätsmedizin Magdeburg mit Forschung zu Wechselwirkungen von Körper, Psyche und äußeren Einflüssen.
Welche äußeren Stressoren setzen Körper und Psyche unter Druck und wie können wir unsere Versorgungs- und Therapieangebote so gestalten, dass solche Mensch-Umwelt-Interaktionen besser berücksichtigt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Jun.-Prof. Dr. Hannah Wallis, die zum 1. Mai 2026 als neue W1-Juniorprofessorin für Körperstressstörungen an die Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Magdeburg berufen wurde.
In ihrer Forschung geht die Juniorprofessorin der Frage nach, wie körperliche und psychische Belastungen und Umweltfaktoren zusammenwirken, von gesellschaftlichen Veränderungen bis hin zu Extremwetterereignissen. Ziel ihrer Arbeit ist es, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und passgenauere Versorgungsangebote zu entwickeln.

Foto: Portrait Jun.-Prof. Dr. Hannah Wallis. Fotografin: Sarah Kossmann
„Viele Menschen fühlen sich allein gelassen und hilflos, wenn sie unter anhaltenden Schmerzen, Ängsten oder Erschöpfung leiden“, erklärt Jun.-Prof. Wallis. „Wenn nun äußere Stressfaktoren hinzukommen, leiden sie oft besonders. Mir ist wichtig zu zeigen: Wenn wir Körper, Psyche und Lebensumstände gemeinsam betrachten, können wir gezielter vorbeugen und helfen.“
Aktuell untersucht sie gemeinsam mit der Universitätsklinik Heidelberg, wie Hitze sich auf psychische Gesundheit auswirkt und wie Menschen solche Risiken wahrnehmen. Jun.-Prof. Wallis nutzt hierfür innovative Forschungsmethoden, wie digitale Tagebücher in Form des Ecological Momentary Assessments.
„Die Forschung von Juniorprofessorin Wallis rückt die Wechselwirkungen zwischen Umwelt, körperlichem Erleben und psychischer Gesundheit in den Fokus – ein Bereich, der angesichts gesellschaftlicher und klimatischer Veränderungen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Damit setzt sie wichtige Impulse für Forschung und Lehre an unserer Fakultät und stärkt gleichzeitig eine zukunftsorientierte, patientenzentrierte Medizin“, erklärt Prof. Dr. Daniela Dieterich, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
„Mit ihrer interdisziplinären Herangehensweise stärkt Juniorprofessorin Wallis das Forschungsprofil unserer Klinik an einer wichtigen Schnittstelle zwischen Medizin, Psychologie und Gesellschaft. Ihre Arbeit verbindet wissenschaftliche Forschung direkt mit der klinischen Praxis – mit dem Ziel, neue Erkenntnisse schnell in die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu übertragen“, betont Klinikdirektor Prof. Dr. Florian Junne.
„Die Universitätsmedizin Magdeburg bietet ideale Voraussetzungen, um Forschung und Patientenversorgung eng zu verzahnen“, sagt Jun.-Prof. Wallis. „Ich freue mich sehr darauf, hier neue Wege zu gehen und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen die Versorgung von Menschen mit Körperstressstörungen weiterzuentwickeln.“
Zur Person
Hannah Wallis studierte Psychologie an der Universität Bremen und promovierte 2017 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Nach Stationen in der Umwelt- und Sozialpsychologie, unter anderem als Referentin im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen, wechselte sie in die klinische Forschung. Internationale Forschungserfahrung sammelte sie als Gastwissenschaftlerin am Institut für Psychologie der Norwegischen Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität (NTNU) in Trondheim. Seit 2022 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Magdeburg und absolviert eine Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin.
Hintergrund
Um in Sachsen-Anhalt eine Professur an einer Universität zu erlangen, muss gemäß §36 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) ein Berufungsverfahren durchgeführt werden. Geeignete Bewerberinnen und Bewerber durchlaufen dabei ein umfangreiches Verfahren. Eine mit mehreren Fachleuten besetzte Berufungskommission begutachtet die Leistungen der Bewerberinnen und Bewerber in Forschung, Lehre und Krankenversorgung.
