Universitätsmedizin Magdeburg startet Inkubator für Herz-Kreislauf-Gesundheit
Neues „Prevention Lab“ verbindet Medizin, Digitalisierung und Prävention: Studierende und Mitarbeitende entwickeln gemeinsam Lösungen für die Herzgesundheit von morgen.
Sachsen-Anhalt ist bundesweit Spitzenreiter bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – besonders bei Bluthochdruck, Herzinfarkten, Herzschwäche und Schlaganfällen. Gleichzeitig ist es das Bundeland mit der ältesten Landesbevölkerung. Vor diesem Hintergrund startet die Universitätsmedizin Magdeburg mit dem „Prevention Lab“ einen neuen sogenannten ego.-Inkubator an der Universitätsklinik für Kardiologie und Angiologie, in dem Studierende und Forschende gemeinsam digitale Lösungen und Präventionsangebote entwickeln können. Ziel des Labors ist es, neue Ansätze zur Gesundheitsvorsorge zu entwickeln, digitale Lösungen zu erproben und wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die Praxis oder in Unternehmensgründungen zu überführen.
Praxisnah und interdisziplinär
Im „Prevention Lab“ arbeiten Fachleute aus Medizin, Kinderheilkunde und Sportmedizin eng zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Ansätze, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen früher zu erkennen und besser vorzubeugen. Beispielhafte Projekte sind Künstliche Intelligenz (KI) zur Unterstützung bei der Diagnose von Herzklappenerkrankungen – eine Krankheit, die in Deutschland Millionen Menschen betrifft, aber oft erst spät entdeckt wird. Außerdem stehen digitale Gesundheitsanwendungen im Fokus, etwa Apps, mit denen Patientinnen und Patienten ihre Blutdruck- oder Herzwerte von zu Hause aus überwachen können.
„Unser Ziel ist es, dass Ideen nicht nur erforscht, sondern so weiterentwickelt werden, dass sie im Alltag genutzt werden können“, sagt Prof. Dr. Rüdiger Braun-Dullaeus, Leiter der Universitätsklinik für Kardiologie und Angiologie Magdeburg.
„Ich freue mich sehr über diesen neuen Inkubator. Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Gesellschaft – gerade in einer älter werdenden Bevölkerung. Umso wichtiger ist es, neue, auch interdisziplinäre Ideen zu entwickeln und innovative Wege in Prävention und Versorgung zu gehen“, sagt Dekanin Prof. Daniela Dieterich.
Moderne Infrastruktur für Forschung und Gründung
Der neue ego.-Inkubator wird derzeit aufgebaut und soll im zweiten Quartal 2026 offiziell eröffnet werden. Das Lab ist mit modernen medizinischen Geräten ausgestattet, darunter Ultraschalluntersuchungen, sportmedizinische Diagnostik und Methoden zur Messung von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselparametern. Ein Virtual-Reality-Labor ermöglicht praxisnahe Übungen für Studierende und medizinisches Personal.
Das Lab richtet sich an Studierende und Mitarbeitende der Universität. Sie können eigene Projektideen einbringen und weiterentwickeln – von digitalen Anwendungen bis hin zu möglichen Unternehmensgründungen.
Was ist ein ego.-Inkubator?
2010 hat das Land Sachsen-Anhalt das Förderprogramm ego.-INKUBATOR ins Leben gerufen, um den Ausbau der Gründerinfrastruktur an Hochschulen in Sachsen-Anhalt zu fördern. Mit inzwischen 8 so genannten ego-Inkubatoren oder auch MakerLabs verfügt die Universität über eine wichtige Transferinfrastruktur für technologieorientierte Ausgründungen. In den spezialisierten Entwicklungsräumen können Studierende, Forschende und Beschäftigte Ideen unter praxisnahen Bedingungen erproben, technische Lösungen entwickeln und Prototypen herstellen. Die Inkubatoren stärken damit den Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis zur anwendungsnahen Innovation. Mehr Informationen unter https://link.ovgu.de/TransferGrnderzentrum
Kontakt
Prof. Dr. med. Rüdiger Braun-Dullaeus, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie und Angiologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, patrick.mueller@med.ovgu.de, Tel.: +49-391-67-14493

