Rätselhaftes Lernen im Wochenbett: Exit Game begeistert Hebammenstudierende

26.02.2026 -  

Praxisnah, kreativ und mit jeder Menge Teamgeist: Im Rahmen der Praxisanleitung im berufspraktischen Studienteil des Hebammenstudiums fand in der Universitätsfrauenklinik erneut ein besonderes Lernformat statt. Unter dem Titel „Rätselhaftes Wochenbett“ verwandelte sich ein Zimmer der Mutter-Kind-Station in einen Escape Room – mit einem klaren Ziel: Den richtigen Code knacken und dabei fachliches Wissen vertiefen.

Bereits zum zweiten Mal entwickelte die zentrale Praxisanleiterin Geburtshilfe, Katharina Böttger, ein solches Exit Game für die Studierenden. Nach dem erfolgreichen Auftakt mit dem „Kreißsaal Komplott“ stand diesmal das Thema Wochenbett im Mittelpunkt.

Lernen durch Erleben statt nur durch Zuhören

Teilgenommen haben Studierende des ersten Studienjahres – gerade einmal in ihrer vierten Praxiswoche. Für sie war es die erste Praxisanleitung in diesem interaktiven Format. Entsprechend groß waren Neugier und Spannung.

Zur Vorbereitung gab es einen Einführungstag mit:

  • theoretischen Grundlagen zum Wochenbett
  • einem Rollenspiel
  • eigenständiger Erarbeitung ausgewählter Themen, z. B. Hauterscheinungen beim Neugeborenen

So konnten die Studierenden gut vorbereitet in das eigentliche Exit Game starten.

Fotos Exit Game / Fotos: privat (7 Bilder)
  Exit Game (1) (Bild 1 von 7) Vorwärts »
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« Zurück Exit Game (7) (Bild 7 von 7)  

Sechs Stationen – sechs fachliche Herausforderungen

Das Escape Room Szenario bestand aus sechs inhaltlich aufeinander abgestimmten Stationen. Jede Aufgabe griff zentrale Kompetenzen der Wochenbettbetreuung auf:

1. Kreuzworträtsel zu Materialien für den Wochenbettbesuch
Wiederholung wichtiger Utensilien und organisatorischer Aspekte.

2. Untersuchung der Wöchnerin
Einschätzung: Was ist beobachtungsbedürftig, was behandlungsbedürftig?

3. Untersuchung des Neugeborenen
Erkennen physiologischer und auffälliger Befunde.

4. Beratungsfehler erkennen
Sensibilisierung für typische Kommunikations- und Informationsfehler.

5. Beratungsschwerpunkte einordnen
Priorisierung relevanter Themen im Wochenbett.

6. Dokumentationsschwerpunkte definieren
Was muss festgehalten werden – und warum?

An jeder Station mussten die Studierenden Hinweise sammeln, kombinieren und fachlich korrekt einordnen. Nur wer die Inhalte verstand, kam dem Zahlencode näher. Am Ende galt es, das Zahlenschloss zu knacken und so den Raum „zu verlassen“.

„Es macht öfter Klick“

Das Feedback der Studierenden war durchweg positiv. Besonders hervorgehoben wurde der nachhaltige Lerneffekt:

„Es macht öfter Klick – oder: ‚Ah, das hatten wir doch neulich im Exit Room!‘“

Durch das spielerische Format konnten Inhalte besser verknüpft und erinnert werden als durch reine Theorievermittlung. Die Mischung aus Rätseln, Teamarbeit und Praxisnähe förderte nicht nur das Fachwissen, sondern auch Kommunikation und klinisches Denken.

Mehrwert mit Spaßfaktor

Neben dem Lernerfolg gab es am Ende auch einen kleinen Gewinn: Beratungsheftchen für die Praxis – und Süßigkeiten als motivierende Überraschung.

Das „Rätselhafte Wochenbett“ zeigt eindrucksvoll, wie innovative Lehrformate im Hebammenstudium Theorie und Praxis lebendig verbinden können. Gerade in den ersten Praxiswochen stärkt ein solches Konzept Sicherheit, Fachkompetenz und Teamgefühl – und macht deutlich: Lernen darf Freude machen.

Letzte Änderung: 26.02.2026 - Ansprechpartner: Webmaster