Medizin für alle – Wanderausstellung zur geschlechtersensiblen Medizin startet an der Universitätsmedizin Magdeburg
Von Symptomen bis Therapie: Besucherinnen und Besucher erfahren, warum Frauen und Männer anders erkranken und behandelt werden müssen.
Warum verlaufen Krankheiten bei Frauen und Männern oft unterschiedlich? Weshalb wirken Medikamente nicht bei allen Menschen gleich? Und welche Rolle spielen biologische Unterschiede sowie soziale Lebensrealitäten für unsere Gesundheit? Die Wanderausstellung „Geschlechtersensible Medizin“ greift diese Fragen auf: Vom 31. März bis zum 25. April 2026 ist sie im Foyer von Hörsaal 7 auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg zu sehen. Der Eintritt ist kostenfrei.
Mit der Ausstellung auf dem Magdeburger Medizin-Campus sollen sowohl Studierende und Mitarbeitende der Universitätsmedizin als auch die interessierte Öffentlichkeit für die Bedeutung einer geschlechtersensiblen Medizin sensibilisiert werden.
Auf 13 großformatigen Postern werden Erkenntnisse zu Geschlechterunterschieden in zehn medizinischen Themenfeldern allgemeinverständlich dargestellt. Die Ausstellung verdeutlicht, dass sich Symptome, Krankheitsverläufe und Behandlungserfolge häufig zwischen Frauen und Männern unterscheiden. Lange Zeit galt in der medizinischen Forschung und Praxis der männliche Körper als Norm. Inzwischen wächst das Bewusstsein dafür, dass eine geschlechtersensible Medizin notwendig ist, um Fehldiagnosen zu vermeiden und Therapien besser auf Patientinnen und Patienten abzustimmen.
Initiiert wurde die Wanderausstellung vom Deutscher Ärztinnenbund e.V. und der Deutsche Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin e.V.. Ziel ist es, Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und Impulse für Medizin, Wissenschaft und Ausbildung zu geben. Neben biologischen Faktoren werden auch Umwelt- und Lebensbedingungen thematisiert, die die Gesundheit beeinflussen.
Prof. Dr. med. Ute Seeland, Leiterin der Sektion Geschlechtersensible Medizin und Prävention an der Universitätsmedizin Magdeburg sowie Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin e.V., betont: „Diese Ausstellung zeigt, wie wichtig ein differenzierter, geschlechtersensibler Ansatz in Prävention und Versorgung ist. Wir müssen in Zukunft weg von einer rein organbezogenen Medizin hin zu einem stärker systembiologischen Ansatz, der den ganzen Menschen in den Blick nimmt. Dadurch können wir den Betroffenen viel Leid ersparen.“
Prof. Dr. Daniela Dieterich, Dekanin der Medizinischen Fakultät Magdeburg, unterstreicht: „Die Medizin der Zukunft ist geschlechtersensibel. Nur wenn wir die Unterschiede zwischen den Geschlechtern ernst nehmen, können Diagnostik und Therapie für alle Patientinnen und Patienten optimal gestaltet werden. Die Wanderausstellung leistet dabei einen wichtigen Beitrag, indem sie Wissen vermittelt, Bewusstsein schafft und zeigt, wie geschlechtersensible Medizin in Forschung und Praxis umgesetzt werden kann.

Foto: Wanderausstellung „Geschlechtersensible Medizin“ im Foyer von Hörsaal 7 auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg. Fotografin: Sarah Kossmann/UMMD
Auch Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk vom Deutschen Ärztinnenbund e.V. hebt hervor, dass in der Medizin weiterhin eine erhebliche Wissenslücke zu Geschlechterunterschieden besteht – der sogenannte Gender Data Gap. „Initiativen wie das vom Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt ausgerufene Wissenschaftsjahr ‚Frauengesundheit‘ trägt wesentlich dazu bei, Forschung und Aufmerksamkeit für dieses Thema zu stärken“, betont Prof. Kaczmarczyk.
Ausstellungseröffnung
Die Ausstellung wird am 31. März 2026 um 16:00 Uhr mit einem Empfang im Foyer von Hörsaal 7 auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg eröffnet. Interessierte sind herzlich eingeladen.
Wanderausstellung zur Geschlechtersensiblen Medizin an der Universitätsmedizin Magdeburg_1
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Öffnungszeiten und Ausstellungsort
- 31. März bis 25. April 2026
- Montag bis Freitag, 9:00 bis 18:00 Uhr
- Ort: Foyer Hörsaal 7, Medizin-Campus der Universitätsmedizin Magdeburg, Leipziger Straße 44, 39120 Magdeburg
- Eintritt: kostenfrei
